Standard
FCI - Standard Nr. 149 / 23. 04. 2004 /
BULLDOG
URSPRUNG : Grossbritannien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDS : 24.03.2004.
VERWENDUNG : Begleithund
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer-
Molossoide – Schweizer
Sennenhunde und andere
Rassen.
Sektion 2.1 Molossoide, doggenartige
Hunde.
Ohne Arbeitsprüfung.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Kurzhaarig, untersetzt, eher tief
gestellt, breit gebaut, kraftvoll und kompakt. Kopf im Verhältnis zum Körper
recht gross, jedoch darf kein Merkmal so übermäßig ausgeprägt sein, dass die
Ausgewogenheit insgesamt gestört ist oder der Hund missgebildet erscheint oder
in seiner Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt ist. Gesicht kurz, Fang breit,
stumpf und nach oben gerichtet. Hunde mit erkennbarer Atemnot sind höchst
unerwünscht. Körper kurz, gut zusammengefügt, ohne jegliche Neigung zur
Fettleibigkeit. Gliedmassen stämmig, gut bemuskelt und in starker Kondition.
Hinterhand hoch und kräftig, aber im Vergleich zur schweren Vorderhand etwas
leichter. Hündinnen nicht so mächtig und stark entwickelt wie Rüden.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Vermittelt den Eindruck von
Entschlossenheit, Kraft und Aktivität. Aufmerksam, kühn, loyal, zuverlässig,
mutig, grimmig im Aussehen, aber liebenswürdig im Wesen.
KOPF : Von der Seite gesehen erscheint der Kopf vom Hinterkopf bis zur
Nasenspitze sehr hoch und kurz. Stirnpartie flach, die Haut auf dem Kopf und um
ihn herum lose mit feinen Falten, die weder abstehen noch das Gesicht überlappen
dürfen. Stirnknochen ausgeprägt, breit, kantig und hoch. Vom Stop verläuft bis
zur Mitte des Schädels eine breite und tiefe Stirnfurche, die bis zur
Hinterhauptspitze fühlbar ist. Gesicht vom vorderen Teil der Backenknochen bis
zur Nasenspitze kurz, mit Hautfalten. Abstand vom inneren Augenwinkel (oder von
der Mitte des Stops zwischen den Augen) bis zur Nasenspitze nicht größer als
jener von der Nasenspitze zum Rand der Unterlippe.
OBERKOPF :
Schädel : Schädelumfang gross. Von vorne gesehen erscheint er vom Kinn bis zum
Scheitel sehr hoch; ebenfalls sehr breit und kantig.
Stop : Tiefe und breite Einbuchtung zwischen den Augen.
GESICHTSSCHÄDEL : Von vorne gesehen müssen die verschiedenen Partien des
Gesichts auf beiden Seiten einer gedachten senkrechten Mittellinie symmetrisch
ausgewogen sein.
Nasenschwamm : Nase und Nasenlöcher gross, breit und schwarz, keinesfalls
leberfarben, rot oder braun. Nasenspitze zu den Augen hin zurückversetzt.
Grosse, breite und offene Nasenlöcher, zwischen denen eine deutliche senkrechte,
gerade Linie verläuft.
Fang : Kurz, breit, aufwärts gebogen und vom Augenwinkel bis zum Lefzenwinkel
sehr tief. Die Nasenfalte darf die schräg verlaufende Profillinie nicht stören.
Lefzen : Lefzen dick, breit, hängend und sehr tief, den Unterkiefer seitlich
vollständig überlappend, jedoch nicht vorn, wo sie mit der Unterlippe schliessen
und vollständig die Zahnreihe bedecken.
Kiefer / Zähne : Kiefer breit, massiv und kantig. Der Unterkiefer überragt vorn
den Oberkiefer und ist aufgebogen. Kiefer breit und kantig, mit sechs kleinen
Schneidezähnen in gerader Linie zwischen den weit auseinander stehenden
Fangzähnen. Zähne gross und kräftig, bei geschlossenem Fang nicht sichtbar.
Von vorne gesehen steht der Unterkiefer direkt unter dem Oberkiefer und verläuft
parallel zu ihm.
Backen : Gut gerundet, seitwärts über die Augen hinausragend.
Augen : Von vorne gesehen tief unten im Schädel eingesetzt, gut entfernt von den
Ohren. Augen und Stop auf der selben geraden Linie, die im rechten Winkel zur
Stirnfurche verläuft. Weit auseinander liegend, wobei die äusseren Augenwinkel
sich aber noch innerhalb der Backenumrisslinie befinden. Rund, mässig gross,
weder eingesunken noch vorstehend; Augenfarbe sehr dunkel – nahezu schwarz; sie
dürfen kein Weiss zeigen, wenn der Hund geradeaus schaut. Ohne sichtbare
Augenprobleme.
Ohren : Hoch angesetzt, d.h. der vordere Rand beider Ohren setzt von vorne
gesehen die Oberlinie des Schädels am höchsten Punkt seiner Aussenkanten fort,
so dass die Ohren möglichst weit auseinander möglichst hoch über den Augen und
möglichst weit von diesen entfernt sind. Klein und dünn. „Rosenohren“ sind
korrekt, d.h. an der hinteren Seite nach innen gefaltete und zurückgelegte
Ohren, deren oberer oder vorderer Rand nach aussen und nach hinten gerichtet
ist, wobei das Innere der Ohrmuschel teilweise sichtbar ist.
HALS : Von mässiger Länge, sehr dick, tief und kräftig. Gut gewölbte
Nackenlinie, mit vielen losen, dicken Hautfalten im Bereich der Kehle,
beidseitig vom Unterkiefer bis zur Brust eine Wamme bildend.
KÖRPER :
Obere Profillinie : Unmittelbar hinter den Schultern ist der Rücken geringfügig
eingesenkt (tiefste Stelle), von da an sollte die Wirbelsäule bis zu den Lenden
ansteigen (wobei der oberste Punkt der Lendenpartie höher liegt als die
Schulter), danach fällt die Oberlinie – einen Bogen bildend – zur Rute hin
steiler ab (genannt „roach-back“), ein für diese Rasse charakteristisches
Merkmal.
Rücken : Kurz, kräftig, im Schulterbereich breit, in der Lendenpartie
vergleichsweise schmaler.
Brust : Brustkorb breit, seitlich gerundet, ausgeprägt und tief. Körper
bis weit nach hinten gut aufgerippt; Brustkorb geräumig, rund und sehr tief vom
oberen Schulterrand bis zum untersten Punkt des Brustbeines. Gut zwischen den
Vorderläufen hinabreichend. Brustkorb gross im Durchmesser, hinter den
Vorderläufen rund (nicht flachrippig, sondern gut gerundete Rippen).
Untere Profillinie und Bauch : Bauch aufgezogen und nicht hängend.
RUTE : Tief angesetzt, an der Wurzel ziemlich gerade heraustretend und
dann nach unten gebogen. Rund, glatthaarig und ohne Fransen oder grobe
Behaarung. Mässig lang – eher kurz als lang – dick am Ansatz, sich schnell zu
einer feinen Spitze verjüngend. Abwärts gerichtet getragen (ohne deutlich
aufwärts gebogenes Rutenende) und nie über der Rückenlinie.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Vorderläufe sehr stämmig und stark, gut entwickelt, weit
auseinander stehend, dick, muskulös und gerade. Ihre äussere Linie erscheint
ziemlich gebogen, aber die Knochen selbst sind stark und gerade, nicht krumm
oder säbelförmig; im Verhältnis zu den Hinterläufen kurz, aber nicht so kurz,
dass dadurch der Rücken lang erscheint oder die Aktivität des Hundes darunter
leidet und er verkrüppelt wirkt.
Schultern : Schulterblätter breit, schräg liegend und tief, sehr kraftvoll und
muskulös, geben den Anschein, als wären sie seitlich am Körper befestigt.
Ellenbogen : Tief angesetzt, deutlich vom Rippenkorb abstehend.
Vordermittelfuss : Kurz, gerade und kräftig.
HINTERHAND :
Allgemeines : Hinterläufe starkknochig und muskulös, im Verhältnis länger als
die Vorderläufe, wodurch die Lendenpartie erhöht wird. Läufe lang und muskulös
von der Lende bis zum Sprunggelenk, der Hintermittelfuss kurz, gerade und
kräftig.
Knie : Kniegelenke rund und leicht vom Körper weg nach aussen gedreht.
Sprunggelenke : Dies bedingt nahe beieinander stehende Sprunggelenke und
auswärts gestellte Hinterpfoten. Sprunggelenke leicht gewinkelt, tief stehend.
PFOTEN : Vorderpfoten gerade und sehr leicht auswärts gestellt, von
mittlerer Grösse und mässig rund. Hinterpfoten rund und kompakt. Zehen kompakt
und dick, gut voneinander getrennt, gut aufgeknöchelt.
GANGWERK / BEWEGUNG : Eigentümlich schwer und gebunden, scheint mit
kurzen, schnellen Schritten auf den Zehenspitzen zu gehen; hebt die Hinterpfoten
nicht hoch, so daß sie über den Boden zu streifen scheinen; beim Laufen werden
die Schultern abwechselnd etwas vorgeschoben. Eine gesunde Bewegungsfähigkeit
ist von äußerster Wichtigkeit.
HAARKLEID
HAAR : Von feiner Struktur, kurz, dicht und glatt (hart nur infolge der
Kürze und Dichte, nicht drahtig).
FARBE : Einfarbig oder einfarbig mit schwarzer Maske oder schwarzem Fang (Smut).
Nur einheitliche Farben (die immer leuchtend und rein in ihrer Art sein
sollten), nämlich Gestromt, Rot in allen Schattierungen, Falb, Rehbraun u.s.w.,
Weiss und Gescheckt (d.h. Weiss in Kombination mit einer der genannten Farben).
„Dudley“ (d.h. mit unpigmentierter Nase), Schwarz und Schwarz mit Loh sind
höchst unerwünscht.
GEWICHT : Rüden 25 kg (55 lbs)
Hündinnen 23 kg (50 lbs).
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung
und dessen Einfluss hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes.
Es ist erforderlich, daß sich die Richter streng an diesen Standard halten und
die nachfolgend genannten Fehler berücksichtigen:
FEHLER :
• Überhängende oder die Nase teilweise bedeckende Nasenfalte.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
• Hunde mit erkennbarer Atemnot.
• Eingewachsene Rute.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen,
müssen disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.